hans wesker
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klangräume
Projekt Himmelsstürmer 2011
Jurierter Entwurf: Klanginstallation in der Gruft des Braunschweiger Doms
Gruft BS Dom.jpg
Aufgrund des nachträglichen Rückzugs der Verantwortlichen des Braunschweiger Doms aus dem Himmelsstürmer Projekt 2011, konnte das von der Jury vorgeschlagene Projekt nicht realisiert werden.
Foto: H. Wesker
  
HIMMEL(S-S)TÜRMER

Idee
Der Titel beinhaltet für die geplante Klang- und Rauminstallation eine unrühmliche Allegorie. Bereits 1931 hatten Hitler und seine faschistischen Statthalter Braunschweig für Aufmärsche und ideologische Inszenierungen ausgesucht. Der Dom wurde dabei als national(istisch)e Weihestätte umfunktioniert und missbraucht. Im Rahmen dieser Übergriffe wurde in den Jahren 1936 - 1938 die Gruft, mit den vermuteten Überresten Heinrichs und Mathildes, als Grabstätte errichtet. Die Architektur entsprach dabei der kalten, menschenverachtenden Ideologie. Dieser in Stein gemeißelte Geist eines Herrschafts- und Überlegenheitsdenkens ist für eine künstlerische Auseinandersetzung besondere Herausforderung.

Vorhaben
Mit den Farben Rot und Schwarz sollen einzelne architektonische Elemente der Gruft prononciert werden. Dies bricht einerseits die „erstickende“ Monumantalität des Raumes und verweist gleichzeitig auf seine inszenierte Intention. Rot und Schwarz, Farben, die großen Symbolgehalt auch im Kontext nationalistischer Propaganda hatten, evozieren bewusst diesen Anklang.
Die Gruft ist aufgrund der großen Nachhallzeit gleichzeitig für eine klangliche Bearbeitung geeignet. Die in allen vier Ecken vorhandenen Lüftungschächte ermöglichen eine ausgeglichene Verteilung der Klänge, die durch die Lüftungsschächte eingespielt werden sollen. Sie scheinen dann “von weit her“ zu kommen und sammeln sich in der runden Kuppel des “Mittelbaus“, von wo sie reflektiert werden. Es soll sich dabei um ein flächiges Klangbild handeln, einem Dauerton gleich, der aber aufgefächert sein wird und auch assoziative Anklänge haben soll. (die beigefügte Klangprobe ist lediglich beispielhaft zu verstehen, sie kann den beabsichtigten raumprägenden Eindruck einer vierkanaligen Situation nicht vermitteln)